Projekt CAMEL MILK Kamelmilch – gut, gesund und schön macht sie auch noch?

Written by on 31. Oktober 2020

Bei dem Arbeitstreffen am Donnerstagnachmittag auf der Kamelfarm des Oasis Wildlife in Goroy hob der Generaldirektor für Viehzucht der Kanarischen Inseln, Thaishet Fuentes die Einzigartigkeit des Projektes CAMELMILK hervor an dem 7 Länder des Mittelmeerraums beteiligt sind. Unter der Federführung des Katalanischen Instituts für Lebensmittel- und Agrarforschung und -Technologie (IRTA) vertreten durch Marta Garrón Goméz und Frau Dr. Elena Diáz Medina der Projektverantwortlichen beim Oasis Wildlife Fuerteventura, welcher seit 2019 in dem Projekt CAMELMILK als Partner teilnimmt. wurde eine Schulung durch Bernhard Faye, dem weltweit führenden Experten für Kamelzucht und -haltung durchgeführt.

Sie lassen sich nur melken, wenn das Kalb zuvor gesäugt wurde, und während des Melkprozesses muss das Jungtier in der Nähe seiner Mutter verweilen. Wenn die Kameldame keine Lust hat, dann kann man sich noch so bemühen, aber ihre Milch rückt sie nicht raus.

Selbst wenn die Stuten entspannt, gut gelaunt und freigiebig sind, erhält man maximal sieben Liter pro Tier und Tag. Im Vergleich zu unseren mitteleuropäischen Kühen, die täglich zwischen 25 und 40 Liter geben, ist das recht wenig. Auch das macht die Kamelmilch so wertvoll.

Nach dem Melken muss sie bei 75 Grad Celsius pasteurisiert werden da der Verzehr von nicht pasteurisierter Kamelmilch schwere Nebenwirkungen haben kann.

Seit Jahrtausenden leben die Beduinen Arabiens in symbiotischer Beziehung mit ihren Tieren, und sie schwören auf die Heilkraft von Kamelmilch. Während eine Kuh im Wüstenklima nach vier Stunden ohne Wasser schlappmacht, kommt das Kamel dank seiner Fähigkeit, Wasser in den roten Blutkörperchen zu speichern, zwei Wochen und länger ohne Wasser aus – und, kaum zu glauben, sie gibt weiter Milch.

Kamelmilch ist besser verträglich

Kamelmilch hat einen vollmundigen, cremig-sämigen Geschmack und schmeckt dabei leicht salzig. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kamelmilch leichter verdaulich sein soll als Kuhmilch und sich besonders für Allergiker eignet. Darüber hinaus hat sie 50 Prozent weniger Fett als Kuhmilch, drei- bis fünfmal mehr Vitamin C, wesentlich mehr Vitamin B, mehr Calcium und andere Mineralien.

Zwei Milcheiweiße, die Allergien auslösen können, nämlich Beta-Laktoglubolin und Beta-Kasein, sind in Kamelmilch hingegen nicht enthalten. Für Menschen mit Laktoseintoleranz ist Kamelmilch deshalb angeblich auch besser verdaulich.

Es gibt Studien, die festgestellt haben, dass bei Diabetes II Kamelmilch helfen kann, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und den Cholesterinspiegel niedrig zu halten. Sogar bei Krankheiten wie Morbus Crohn soll Kamelmilch helfen.

Neben den Möglichkeiten, die Milch zu Essbarem zu verarbeiten, werden auch ihre Einsatzmöglichkeiten in der Kosmetik geschätzt und Kamelmilch zu exklusiven Körperpflegeprodukten verarbeitet

Wo kann man nun Kamelmilch überall einsetzen?

Nahrung

Kamelmilch wird als klassischer Milchersatz herangezogen, wird aber auch zu Milch- und Molkepulver verarbeitet und dient so als Grundstoff für Eiscreme, Süßigkeiten und Schokolade. Auch Joghurt und Käse werden auch Kamelmilch hergestellt.

Kosmetik

Angeblich wusste ja schon Kleopatra um die wunderbare Wirkung von Kamelmilch. Laut einer Legende badete sie täglich darin, um ihre Haut zu pflegen und weich und zart zu machen.

Kamelmilch enthält mehr Milchsäure, die zu der Gruppe von Alpha-Hydroxysäuren (AHAs) gehören, als herkömmliche Kuhmilch. Diese Milchsäure hilft dabei, zarte Fältchen zu glätten und leichte Verfärbungen der Haut auszugleichen, was zu einem schönen Hautbild führt.

Außerdem beinhaltet Kamelmilch die Proteine Kollagen und Elastin, die die Haut straffen und ihre Elastizität stärken. Die Vitamine B und Vitamin C wirken zudem antioxidativ, schützen vor freien Radikalen und fördern die körpereigene Kollagen-Produktion.

Derzeit werden vor allem Hautcremes und Badezusätze aus Kamelmilch angeboten und die Nachfrage wächst.

Wundermittel Kamelmilch?

Die Bandbreite der möglichen Anwendungen von Kamelmilch auch als Heilmittel ist enorm groß. Und dabei geht es nicht nur um den Einsatz bei Laktoseintoleranz und anderen Lebensmittelallergien.

Fakt ist, dass der hohe Vitamin-C-Gehalt sowie die hohe Anzahl von Immunglobulinen und antibakteriell wirkenden Enzymen in der Kamelmilch eine allgemeine Stärkung des Immunsystems erklären können. Doch ob es darüber hinaus auch ein ‚echtes‘ Heilpotential von Kamelmilch gibt, wurde bisher wissenschaftlich noch nicht bestätigt.

Wie bei allen Naturmitteln, meinen überzeugte Konsumenten: Kamelmilch sei tatsächlich auch als Heilmittel einsetzbar, so helfe sie bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Collitis sowie bei Gallensteinerkrankungen und Gastritis, Leberzirrhose und Speiseröhrenentzündungen. Sogar Neurodermitis und Tuberkulose sowie manche Krebsarten sollen mittels Kamelmilch gelindert werden können.

Aber: Umfassende klinische Studien zum Thema ‚Heilkraft Kamelmilch’ fehlen (z.Zt.) noch, und die enorme Breite an möglichen Anwendungen sowie die Vielzahl an Heilsversprechen sollten und müssen hinterfragt werden.

 


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